04.08.1941 – 28.03.2025
Am 4.8.1941 in Mödling zur Welt gekommen, zog es Heribert Bayers Eltern in seiner Jugend nach Mailand. Es war jene Zeit, in der Heribert begann, seine Leidenschaft für Wein zu entdecken. Nach seinem Studium der Chemie in Mailand
kehrte er nach Österreich zurück und war von dort an in unterschiedlichen Managerpositionen internationaler Chemiekonzerne tätig. Auf seinen zahlreichen weltweiten Geschäftsreisen nutzte er jede freie Minute, um sich seinem Hobby Wein zu widmen. So eignete er sich im Selbststudium das Wissen über die kalifornische, italienische und österreichische Weinlehre an. Insbesondere die Frage, wieso seine internationalen Geschäftspartner beim gemeinsamen Businessessen den österreichischen Rotwein vehement ablehnten, ließ Heribert keine Ruhe und tiefer in die Materie der Rotweinproduktion eintauchen. Dabei erkannte er schnell, dass es zwischen der österreichischen und sonst gängigen Lehrmeinung aus den USA, Italien und Frankreich einen wesentlichen Unterschied bei der Rotweinherstellung gab. Auf Basis dessen entwickelte Heribert seine eigene Vorstellung vom österreichischen Rotwein.
Nach dem Weinskandal 1985/86 fand er dann als önologischer Berater aufstrebender burgenländischer Rotweinwinzer eine gute Gelegenheit, seine Rotwein-Philosophie gemeinsam mit seinen Winzerfreunden in die Tat umzusetzen. Bis heute ist es jene Philosophie, die das Geschmacksbild vom österreichischen Rotwein prägt. Insbesondere die Anwendung der malolaktischen Gärung und der Einsatz von kleinen französischen Eichenfässern zählen zu den maßgeblichen Veränderungen. Der Erfolg blieb nicht lange aus und weitere Beratungstätigkeiten bei Weingütern folgten.
1994 war dann die Zeit für den Wein unter eigenem Namen gekommen. Diesen nannte Heribert „In Signo Leonis“ und widmete ihn seinem Sternzeichen Löwe. Damals als Hobby mit ca. 1.800 Flaschen begonnen, begab sich Heribert kurz darauf auf dreijährige Suche nach der für ihn perfekten Rotwein-Heimat und landete 1997 am Neckenmarkter Hochberg. Dank seiner Freunde der Winzergenossenschaft Neckenmarkt erhielt er dort Zugriff auf jenes Terroir und jene alten Rebanlagen, die er als Fundament für das Schaffen großartiger Weine ansah. Noch im selben Jahr entstand dann auch erstmals Cuvée In Signo Leonis in seiner heutigen Zusammensetzung. Mit dem Entschluss von Sohn Patrick, das Weingut weiterzuführen, wurde aus einem Hobby Beruf. Ein halbes Jahr nach Heriberts 60igstem Geburtstag eröffnete die Kellerei in Neckenmarkt, die bis heute die Weinheimat der Familie Bayer ist. Das Haus Heribert Bayer ist dabei nicht nur für seine zahlreichen prämierten Weine bekannt, sondern gilt auch beim Thema verfügbare Jahrgangstiefe als Vorreiter im deutschsprachigen Raum. So verfolgen Heribert und Patrick Bayer seit Anbeginn die Philosophie, ihren Weinen sowohl beim Ausbau als auch in der Flasche ausreichend und genügend Reifezeit zu schenken.
Anlässlich seines 80. Geburtstags kreierte Heribert nochmals einen weiteren Wein namens „Einmalig“. Zum Unterschied zu all seinen früheren Kreationen war dieser zur Gänze aus einer internationalen Rebsorte, dem Cabernet Sauvignon. Dieser Wein aus dem Jahrgang 2019 sollte sein letztes Meisterwerk werden, da er leider in den frühen Morgenstunden des 28.03.2025 friedlich von uns ging. Damit bekam der von ihm gewählte Name „Einmalig“ nochmals eine neue Bedeutung.
In tiefer Dankbarkeit für all sein Wirken, seine Inspirationen und seinen kostbaren Beitrag für den österreichischen Rotwein werden Freunde, Familie, Weinliebhaber/innen und Winzerkollegen/innen das Werk Heribert Bayers mit jedem Glas hochleben lassen!